Medea

by Luigi Cherubini libretto (German)


Personen
Medea
(Jasons Gemahlin) — Sopran

Jason
(Anführer der Argonauten) — Tenor

Kreon
(König von Korinth) — Bass

Dirke
(Tochter Kreons) — Sopran

Neris
(Medeas Dienerin) — Mezzosopran

Hauptmann der königlichen Wache
— Bass

Erste Begleiterin Dirkes
— Sopran

Zweite Begleiterin Dirkes
— Mezzosopran

Die beiden Söhne Jasons und Medeas
— stumme Rollen

Dirkes Begleiterinnen, Argonauten, Kreons Wachen, Priester und Volk von Korinth.

Ort und Zeit

Ort: Korinth
Zeit: Sagenzeit
 
Ouvertüre
ERSTER AKT
In Korinth, nahe Kreons Palast. Man sieht das Meer. Im Hintergrunde ankert das Schiff Argo.

Erstes Mädchen
Wie? Wenn schon Amor dein Verlangen stillt,
steht noch im Auge dir so tiefe Traurigkeit?
Auf, komm und erfreue dich an unsrer Fröhlichkeit:
der Himmel wird dir seine süßen Freuden schenken,
der Himmel schenkt sie dir.

Zweites Mädchen
Morgen, sobald die Dämmerung den Himmel färbt
über dem glücklichen Vaterland und Gefährtin der Sonne wird,
legen Hymen und Amor
dir das Herz zu Füßen
dessen, der dich liebt und anbetet.

Chor
Wie? Wenn schon Amor, usw.

Glauce
Weh! Ich möchte mich freuen,
doch ich fürchte das Morgen;
vergebens lassen die Götter vom Himmel auf mich regnen
die süße Liebesfreude.
In meinen Gedanken bringt Hymen
nichts andres als Leid mir: morgen wird Hymen nichts weiter
als Ursache bittrer Tränen für mich sein.
 
Erstes Mädchen
Wirf die unselige Vorahnung von dir
und überlasse dein Herz
froh den Liebesfreuden.
Die Schmerzen bittrer Ahnung
sind nichts als eine düstere Wolke,
die niemals den Glanz
eines so schönen Tages verdecken kann.

Mädchen, Chor
Die böse Ahnung wird Hymen vertreiben!
Die Liebe eines treuen Herzens kann die Schmerzen heilen.
Illusion ist es, ein Traum,
der dir das Herz bedrängt:
Hymen hat die Macht, dich wieder froh zu machen.

Chor
Weit von dir sei stets der böse Zweifel;
wer Amor bittet,
hat nie vergebens gehofft.
 
Glauce
Ich gebe der freundlichen Bitte nach:
teure Freundschaft, du tröstest mein Herz!
Und du, der du mir ein göttliches Geschick versprachst,
o Amor, bleibe mir treu,
bleibe treu einem Herzen, das hofft.
O Amor, komm zu mir! Lasse dies Leid verstummen;
deine treue Glauce vertraut sich dir allein an.
Komm! Erfülle meine Gedanken;
komm, komm! Entzünde mir das Herz
mit deiner göttlichen Glut!
Amor, entzünde deine Flamme, erfülle mich ganz mit ihr,

Amor! Durch dich allein kann ich glücklich sein!
Erfülle mich ganz, ja,
durch dich allein werde ich eines Tages glücklich sein!
Ach, schönes Feuer der Liebe, du belebst meine Sinne,
vor deiner Glut sehe ich die bösen Zweifel schwinden.
Erfülle mich ganz, komme, Amor, usw.
Fern von mir sei ewig die schlimme, finstere Zauberin,
die mit ihrem Zauber
das edle Herz eines Helden bannte!
Ihre Wut, ihre Gegenwart
störe niemals unsere Liebe!
Hymen gebe uns Stärke!
Amor, ach komme zu mir! usw.
Wenn du mich erfüllst, Amor,
wird jeder Zweifel aus meinem Herzen fliehen;
und nur durch dich kann ich wieder hoffen
und brauche nicht mehr zu zittern!
Nein, Medea kann die süßen Bande nicht mehr brechen;

nein, über Jason hat Medea keine Gewalt mehr.
Ihre böse Macht ist schon versiegt.
Komm, ach komme, Amor,
nur auf dich hofft das Herz!
 
Kreon
(kommt mit Jason)
Nein, fürchte nichts, vertraue meinen Worten.
Das Leben deiner Söhne werde ich schützen.
Sie sind gut und noch ohne Schuld;
sollten sie die Schuld der Mutter büßen?

Glauce
(zu Kreon)
Du trittst mir unschlüssig entgegen;
das lange Warten läßt mich leiden!

Kreon
Du weißt, daß ich Jasons Kinder
zur Erziehung in den Tempel sandte;
edel und feurig sind die Herzen
meines Volkes: sie wissen zu hassen und zu lieben.
Und nun wollen sie den Tod der bösen Zauberin,
und weil sie die Mutter nicht fassen können,
verlangen sie die Kinder, um an ihnen Gerechtigkeit zu üben.

Glauce
Rette sie, Vater!

Kreon
Ich empfing sie damals als teures Pfand,
und als treuer Freund werde ich sie retten.
(Ein Argonaute tritt ein und nimmt ihn beiseite, um mit ihm zu sprechen.)

Jason
O König, die Helden bringen dir ihre Huldigung dar,
die Argonauten tragen das Goldene Vlies.
Erlaube, daß sie den schönen Schatz
ehrerbietig der schönen Glauce zu Füßen legen.
(Kreon und Glauce nehmen auf dem Thron Platz; die Argonauten tragen im Triumphzug das Goldene Vlies und eine Nachbildung des Schiffes Argo.)
 
Chor
O schöne Glauce, der große Jason
überreicht dir die Beute seiner Heldentat;
seinen Ruhm und seinen Lorbeerkranz
bietet er dir zum Preis,
mit dem Goldenen Vlies, das er Kolchis raubte.

Glauce
Ah, Kolchis!

Chor
Mit dem goldenen Vlies, das er Kolchis raubte,
O schöne Glauce, usw.

Glauce
Kolchis! Schrecklicher Gedanke!
O düstere Vorahnung!

Jason
(sich Glauce zuwendend)
Was sehe ich? Welche traurigen Gedanken
verdüstern dir so den Blick?

Kreon
(zu Glauce)
Was ängstigt dich?
Warum wird dein Gesicht so bleich?
 
Glauce
Weh!
Der Glanz dieser heldenhaften Tat
Vergrößert nur mein Leid!
Es war das schicksalhafte Land Kolchis, wo der
Drachen niedergeworfen wurde.
Medeas Macht besiegte das gewaltige Ungeheuer.
Bald wird sie hier erscheinen
und Jason zurückfordern.
Bittend und listig wird sie auftreten,
und wenn selbst ihre Drohungen nicht fruchten,
so wird die schwarze Kunst der Zauberin
Land und Königshaus zerstören!

Jason
Verflogen ist, o liebe Glauce, ihre Macht;
nein, nein, gegen die Liebe kann sie nicht bestehen.

Glauce
(Jason umarmend)
Mein Beschützer bist du;
durch dich habe ich Mut in der Gefahr.

Jason
Nun, da ich nicht mehr
jene grausame Gattin sehe,
die mir Schmach und Leid brachte,
da ich mich der großen Verirrung nicht mehr erinnere,
erneuert sich mein Geschick.
War Hymen einst mein Leid,
so bringt Hymen mir nun Freude!
Glücklich will Jason nun zu deinen Füßen schwören:
keine menschliche Gewalt kann dich mehr von mir reißen!
 
Kreon
Ach, schon zu lange verwirrte
dieser Zweifel die Sinne:
Hilfe wird euch nur
vom gütigen Himmel kommen.
Die heiligen Bande gehören den Göttern;
schon wissen sie
von eurem kommenden Bund.
Schutzgötter der Ehe, schützende Götter,
wacht über meine Kinder:
möge stets eure Gnade über ihnen sein!
O Götter, mißachtet nicht diese Bitte!
Ach, möge ihre Ehe glücklich sein,
so werde auch ich mehr als glücklich sein!
Ich werde der glücklichste Vater sein.
Ich werde der glücklichste Vater sein, usw.

Chor
Gott der Liebe! Süßer Hymen!
Komme und binde mit zarten Banden,
mit deiner süßen Macht!
Höre, o Gott der Liebe, unsere Lobgesänge,
höre, Amor, und binde uns zart, Amor!

Glauce, Jason, Chor
Komm, Hymen! Süßer Hymen!
Nur in dir findet das Herz Ruhe.

Ein Hauptmann Der Wache
(tretend)
Herr! Eine Frau steht
auf deiner Schwelle:
ihr Anblick ist seltsam und geheimnisvoll.
Ein dichter Schleier verhüllt ihr Gesicht,
sie spricht in kurzen und rauhen Worten.

Kreon
Ihr Name?

Ein Hauptmann Der Wache
Ich weiß ihn nicht.
Drohend streckt sie ihren Arm aus!
Herr! Sie kommt schon!
Wir werden sie reden hören.
 
(Medea erscheint, einen dichten Schleier vor dem Gesicht. Im Hintergrund bleibt sie stehen und blickt ernst um sich.)

Medea
Ist dies vielleicht der Ort,
wo das Verbrechen Schutz genießt?
Gibt hier die Liebe dem Verbrecher Freuden?

Jason
Ah! Welche Stimme!

Kreon
Wer bist du?

Medea
Ich? Medea!

Glauce, Jason, Kreon
Medea!

Chor
Ah! ... Medea!

Medea
Volk, nein! Du brauchst nicht zu zittern,
vertraue mir.
(zeigt auf Jason und Glauce)
Ihretwegen kam ich her!

Die Argonauten
Laßt uns die Verbrecherin fassen!
 
Chor
Ah, nein! Laßt uns fliehen!
Wer hier bleibt, ist verloren!
(Die Argonauten und das Volk stürzen davon. Glauce wird von ihrem Gefolge gestützt.)

Medea
(zu Jason)
Nun rede du! Warum stehst du stumm dort?
Hast du mir, deiner Gattin, nichts zu sagen?

Kreon
Warum bist du in mein Reich gekommen?

Medea
Mit jener Macht, die mein Schmerz mir verlieh!
Mit dem heiligen Recht, das man mir rauben will!
Denn Jason ist mein!

Jason
Dein bin ich? Ich? Wirklich
überwältigte mich einst deine Zauberei!
Nun bin ich von dir befreit!

Kreon
Medea, geh fort!
Vernimm mein Gebot und folge ihm.
Heute sieht die Sonne dich noch nicht als Sklavin,
doch bei Tagesanbruch wird sie dich als Gefangene sehen.

Medea
Drohst du, so drohe auch ich!
Wenn Jason Gatte deiner Tochter Glauce wird,
so schwöre ich hier, daß ich sein Weib ihm nehmen
und sie so quälen werde, daß sie zuletzt stirbt.
 
(Glauce sinkt in die Arme ihrer Damen; Jason versucht sie zu trösten.)

Kreon
Zittere vor mir, schlechte Frau, böse Zauberin!
Verworfene, grausame Frau!
Kreon mit seiner Macht
wird die Macht deiner schwarzen Kunst brechen.
Elende Frau, schon erwartet dich das Höllenfeuer!
Morgen werden sich die Götter an deinen Höllenqualen weiden!

Zittern mußt du vor dem Geschick, das dich erwartet.

Glauce
O Himmel! Nur du kannst mich retten!

Kreon
Für dich dämmerte ... dein letzter Tag!

Chor
O Himmel!
Höre mich hier flehen!
Glauce mußt du retten!

Kreon
Ah, dein letzter Tag ist gekommen!
Elende, verworfene Frau,
grausame, ewige Qual, schon erwartet dich die Hölle!
Dein letzter Tag ist gekommen!
Zittre nun, usw.
(Kreon geht mit Glauce davon.)
 
Medea
Du schweigst, Jason, und blickst starr zu Boden?
Ein harter Kampf wütet in dir:
die neue und die alte Liebe bekämpfen einander in dir.

Jason
Nicht mehr! Mich selbst betrog ich damals,
als ich dir Liebe schwor!
Verräter wurde ich an meinem Wert,
meine Ehre warf ich in den Schmutz!

Medea
Falsch und grausam sind deine Worte,
unwert eines Jason!
Erinnerst du dich des Tages,
da du mich zum erstenmal sahst?
Himmlische Freuden auf Erden erträumten wir uns,
gemeinsam gaben wir uns der heiligen, himmlischen Liebe!

Wachte ich nicht treu über dich?
Zerstörte ich nicht die Macht deiner Feinde?
Verschmähte ich nicht, um dein zu sein, die königliche Hand?

Opferte ich dir nicht meinen Bruder?
Jason, höre! Höre mich einmal noch an!

Die Mutter deiner Kinder siehst du hier
besiegt und schmerzerfüllt,
durch dich ins Leid gebracht
und noch von dir verstoßen.
Du weißt, wie sehr ich dich einst liebte, Grausamer,
teuer war ich dir einst, Grausamer, usw.
Allein bin ich nun, ohne Liebe, verstoßen, schmerzerfüllt.
Wärest du mir nie erschienen,
so wäre ich noch gut, usw.
 
So fühlte ich noch Erbarmen!
Mein Herz würde die schrecklichen Leidenschaften
nicht kennen; die Nacht verginge mit guten Träumen,
der Tag verginge mir heiter.
Einstmals war ich glücklich,
ich hatte einen Vater, eine Heimat,
alles habe ich dir gegeben;
mein Gemahl, kehre zurück zu mir!
Grausamer! Nichts anderes will ich als dich,
Medea fleht dich an,
Medea wirft sich dir zu Füßen!
Hab Mitleid! Um der großen Liebe willen, die ich für dich empfinde.

Kehre zurück zu mir! Gemahl, kehre zu mir zurück! usw.

Kehre zurück! Gnade!

Jason
Vergebens sind die Drohungen, Bitten, Leiden!
Geh fort von hier! Kreon drohte dir;
gedenke seiner Worte!
Mich erwartet froh die Morgendämmerung
im Brautbett bei meiner geliebten Glauce.

Medea
Herzlose Feinde, arglistige Rivalin,
die ihr mich quälen wollt!
Die Götter der Unterwelt rufe ich als Zeugen
meines Fluches herbei
nebst den Göttern des Olymp!
Diesen Ehebund voll Verrat
wird niemand segnen, nein!
Ich schwöre bei den Göttern:
niemand kann diesen Ehebund
voll Verrat segnen.
Dieser Ehebund wird nicht geschlossen,
das schwöre ich vor den Göttern!
Dieser Ehebund wird nicht geschlossen!
 
Jason
Laßt, o Götter,
ihre unheilvolle Drohung nicht erfüllt sein;
laßt unbehelligt den König
von ihrer Rache sein!
Das Reich und das heilige Land,
o Götter, beschützet gnädig.

Medea, Jason
O verhängnisvolles Goldenes Vlies,
bitterer Ruhm des Sieges!
Blut und Tränen
kostest du eines Tages uns!

Medea
Um den Verräter zu bestrafen, den ich verachte,
lehre mich, o Kolchis, deine grausamsten Schrecken!

Jason
Schreckliche, elende Zauberin,
Verstoßene du mit grausamen Herzen,
geh fort, geh fort von hier,
dich erwartet Vergeltung!

Medea
Fliehen?

Jason
Entferne dich von hier!
 
Medea
Fliehen?

Jason
Vergeltung erwartet dich, usw.
Geh fort!

Medea
Ah! Fliehen! Fliehen?
Wenn dies mein Los ist, Grausamer,
so wird Medea auf ihrer Flucht
dir dein Herz aus dem Leib reißen!
Grausamer!

Jason, Medea
O verhängnisvolles Goldenes Vlies, usw.

Jason
Mächtig ist der König,
seine Wut mußt du fürchten!
Korinth und sein König wissen,
o Götter, alle zu retten!

Medea
Für dich wird der Hochzeitstag niemals kommen!
Bitterer Ruhm des Sieges,
o du verhängnisvolles Goldenes Vlies!

Jason, Medea
O du, schreckliches Goldenes Vlies,
schreckliche Qual hast du uns gebracht.
Ah! Schreckliche Tugend der edlen Helden,
schreckliche Qual hast du uns gebracht!
O du verhängnisvolles Goldenes Vlies!
ZWEITER AKT
Ein Flügel von Kreons Palast. Im Hintergrund der Tempel der Juno.

Introduktion

Medea
Ich kann nicht klagen,
zu groß ist die Beleidigung!
Man will einer Mutter die Kinder rauben!
Die Schmach ertrug ich, die ein Lügner mir zufügte;
die Verbannung will ich nicht!
Eine einzige Qual kann ich nicht erdulden:
daß sie die Kinder lehren, ihre Mutter zu hassen,

dies ist der Schmerz, den ich nicht ertragen kann!

Neris
(aufgeregt eintretend)
Wehe, meine Herrin!

Medea
Welche Neuigkeiten bringst du mir?

Neris
Zum Palast stürmt schreiend
das rasende Volk:
mit wütenden Schreien
fordern sie grausamste Rache:
sie wollen Medeas Blut!
Furchtbarer Haß verfolgt dich!
Verbannt auf der Erde,
verflucht droben im Himmel!
Zögere nicht, beeile dich,
fliehe von hier, oder du bist verloren!
 
Medea
Ich bleibe!

Neris
Du willst bleiben? O Götter! Er kommt!
Da ist schon Kreon!

Kreon
(kommt mit seinem Gefolge)
Geh, verlasse dieses Land,
denn die gerechte Wut des Volkes
ist schon auf deiner Spur!
Fliehe, geh! Noch kann
heute mein Arm dich retten,
morgen kann ich es vielleicht nicht mehr!

Medea
Wenn ich die Ursache großen Leides war,
mein Herr, so kann ich nur von Euch
Vergebung erlangen, edler König;
auf Euch hoffend blieb ich hier.

Kreon
Nicht weiter! Wer solche Dinge tat,
dem wird, wenn er auch bittet, niemand mehr glauben.

Medea
Gewähret doch aus Mitleid
Medea eine Zuflucht!
In meinem Elend würde ich sonst
ganz einsam sterben.
Glücklich würde ich schon sein,
wenn ich euch, meine Kinder, sehen könnte,
wenn ich euch in die Arme schließen dürfte!
Jasons verlogene Schwüre will ich vergessen!
Jason will ich vergessen,
der den Eid brach,
ja, der den Eid brach!
 
Kreon
Glaubst du, du kannst mit deinen falschen
Worten mich blenden?

Medea
Ich flehe, Herr,
Euch zu Füßen flehe ich,
o Herr, erhöret meine Bitte!
Um Eurer Kinder willen, o König,
habt Mitleid mit mir!

Kreon
Verlasse mein Königreich!

Medea
Um Eurer Kinder willen, usw.
gewährt mir diese Gnade!

Kreon
Nein!

Medea
Eine Zuflucht ... gewährt mir ..., Herr!

Kreon
Geh!
Verlasse mein Königreich!
Nichts kann mich umstimmen!
 
Medea
Teure Gestade von Phasis,
o mein fernes Heimatland!
O du Erinnerung an alles Gute,
das ich verlor!

Kreon
Elende Schwester, verworfenes Kind!
Geh! Verlasse mein Königreich, geh!

Medea
Gnade!
Gebt mir eine Zuflucht!

Kreon
Entferne dich!
Nichts kann mich umstimmen!
Niemals wirst du Gnade finden!
Nein, nichts kann, usw.

Medea
König der Götter,
der mir dieses Leid auferlegte,
entgehen möge er nicht, nein,
deinem richtenden Auge!

Neris
Fliehe!

Chor
Nimm von uns, Jupiter, ihren tödlichen Fluch.
Nie komme der Tag ihrer schrecklichen Prophezeiung!
Nein, niemals, usw.
 
Neris
Besänftige, wenn du es kannst,
ihre grausame Wut, o Himmel! usw.

Medea
Zu Euren Füßen flehe ich zu Euch,
o Herr, mein König, höret mich an ...

Kreon
Glaubst du, du könntest mich
mit deinen falschen Worten umstimmen?

Medea
Herr, mein Flehen!
Um Eurer Kinder willen, o König,
habt Mitleid mit mir!

Kreon
Verlasse mein Königreich!

Medea
Gewährt mir eine Zuflucht! usw.

Kreon
Verlasse mein Königreich!
Nichts kann mich umstimmen!

Medea
Nun wohl! Alles verliere ich!
Ich beuge mich dem Schicksal!
Gut, ich gehe in die Verbannung,
ich ertrage mein Geschick,
das mein Gatte mir auferlegte!
Doch gebt mir noch einen einzigen Tag,
ach, auf daß mein trauriges Herz
sich an sein Schicksal gewöhne!
 
Kreon
Du verlangst einen weiteren Tag,
um ein neues Unheil anzurichten!

Medea
Was kann ich Euch denn antun,
wenn der Schmerz das Herz mir bricht?
Wie könnt Ihr denn meinem Schmerz
einen einzigen Tag verweigern,
meinem Schmerz einen einzigen Tag?

Kreon
Ich weiß, daß eine Wohltat
verhängnisvoll sein kann,
doch ich weiß auch, daß ich im Herzen
nicht die Härte eines Tyrannen trage.
Ich gewähre dir einen einzigen Tag,
sei so der Wunsch
aller Götter erfüllt!

Medea, Neris
Diese Großmut wird der Himmel Euch lohnen!

Kreon
Du frohlockst über meine Gnade,
doch neue Qual kann dir drohen!
Wenn du den dritten Tag
noch in meinem Reich verweilst,
dann wehe dir!
Eine furchtbare Strafe erwartet dich dann!
Bald kannst zu zurückkehren
nach Kolchis, das du verrietest!
 
Chor
Gebt endlich unserem heiligen Land
die Ruhe zurück!

Medea
Du, der solches Leid über mich brachte, usw.

Neris
Ah nein! Himmel!
Fürchte die Wut nun,
traue dem großen König nicht,
nur der schrecklichen Wut!

Chor
Befreie uns, Jupiter, von ihrem tödlichen Fluch,
(Kreon geht mit seinem Gefolge davon.)

Neris
Medea, o Medea!
Sie ist ganz besiegt und gebrochen!
Selbst mich hört sie nicht mehr.
Wer hat je gelitten wie du, Medea?
Getrennt vom Gemahl und von den Kindern
mußt du traurig von Land zu Land ziehen,
Frieden suchend und nie ihn findend!
Nur mein Herz ist deinem Leide offen;
wohin du gehst, werde ich treu dir folgen.
Laß mich nur mit dir weinen,
jedes Leid, jeden Schmerz
will ich mit dir teilen! Ja!
Treu soll mich die Unglückliche finden,
selbst im Tode will ich dir treu bleiben
mein Leben lang.
Liebe, unglückliche Prinzessin,
wer müßte nicht über dein Schicksal weinen?
Unglückliche!
Das Schicksal war grausam zu dir!
Immer will ich dir nah sein,
weinen will ich und bei dir sein,
treu dir folgen.
Immer will ich treu dir folgen,
treu stets an deiner Seite, usw.

Medea
Nur einen Tag gewährte Kreon mir?
Nun gut; Medea wird ihn zu nutzen wissen.
Sie soll sterben! Meine Rivalin wird büßen,
die meine höchsten Freuden mir raubte!
Nein, schwerer und schrecklicher
soll der Vergeltungsschlag sein!
So arg wie meine Schmach soll die Rache sein.
Ah, hätte er einen Vater oder Brüder!
Wie? Hat er nicht Kinder?
Ah, wohin treibst du mich,
mein gebrochenes Herz?

Neris
Geh, Medea! Düster und drohend
kommt Jason zu dir!

Medea
Ich will mit ihm sprechen!

Jason
Schlimme Neuigkeiten habe ich gehört!
Noch einen Tag hat Kreon dir gewährt!
Aus welchem Grund? Was nützt dir ein Tag?

Medea
Gib mir die Liebe meiner Kinder zurück!
 
Jason
Nein, eher gebe ich mein Blut und mein Leben,
ehe ich dir die teuren, unschuldigen Kleinen gebe!

Medea
O Glück! Er liebt sie noch!
Nun weiß ich, was ich tun muß!
Heuchelei, nur du
kannst mir Hilfe bringen! Ich muß lügen!

Meine Kinder, mein Glück,
fern von euch fort führt mich mein Schicksal!
Weh! Nie mehr werdet ihr bei mir sein!
Nie wieder, nein, nie wieder
kann ich euch an das Herz drücken!
Fern von euch werde ich leben, so will es euer Vater!
Ich werde ohne euch sterben,
nie werde ich mehr bei euch sein!
Ohne euch soll ich leben,
Jason will es so!
Weit von hier werde ich sterben,
niemals euch wiedersehen!

Jason
Einmal noch sollst du dich an ihnen erfreuen:
bis du von hier fortgehst,
sollen sie bei dir bleiben!

Medea
Ach, Herr! Diese Großmut
werde ich niemals vergessen!
Ihr teuren Kinder, ich darf euch wiedersehen,
ja, ich darf euch sehen,
ihr teuren Früchte der Liebe ...
Liebe! Oh, welche Erinnerung!
 
Jason
O Schmerz! O Leid meines Herzens!

Medea
O du Gerechtigkeit des Schicksals!

Jason
O grausame Erinnerung!

Medea
O verwünschte Verbannung!

Jason
Vergebens trachte ich diesen Gedanken zu vertreiben.

Medea
Bezahlen sollst du für meine falschen Seufzer!

Jason
Vergebens trachte ich, usw.

Medea
Bezahlen sollst du teuer mein falsches Leid!
Gerechtigkeit!

Jason
Süße Liebe einstiger Tage!
Oh tiefes Leid des Herzens!

Medea
O du verwünschte Verbannung!

Jason
Vergebens trachte ich diesen Gedanken zu vertreiben!
Ich kann diesen Gedanken nicht vertreiben!
 
Medea
Teuer sollst du bezahlen
diese meine falschen Seufzer!

Jason
Bald wird zum Altar
der König schreiten, um zu opfern:
für meine Kinder
will er zu den Göttern beten!
Ich will den Himmel bitten,
daß er Medea gnädig sei!

Medea
So gehst du, Jason? So verläßt du mich?
Trauriger Abschied! Brennender Schmerz!

Jason
Immer sollst du glücklich sein! usw.

Medea
Von dir getrennt, Grausamer,
welche Freude könnte ich empfinden?
Wie könnte ich mich freuen?

Jason
Oh, Tränen einer Mutter!

Medea
Dank euch, gerechte Götter!

Jason
Vergebens trachte ich diesen Gedanken zu vertreiben.
Vergebens versuche ich zu vergessen
die süße Liebe von einst, usw.
 
Medea
Teuer mußt du bezahlen für meine falschen Seufzer,
teuer für meinen falschen Schmerz, usw.
(beiseite)
Ohne Zögern hast du meinen Bitten nachgegeben:
das wird dir bittere Tränen bringen!
O gute Neris, geh, bringe mir meine Kinder!

Neris
Ich fürchte, daß Jason ...

Medea
Er weiß alles: mir gehören sie für den ganzen Tag.

Neris
Warum verlangtest du noch einmal deine Kinder?
Wenn du sie wiedersiehst, wird dein Schmerz um so schwerer.

Medea
Schweige und erfülle Medeas letzten Wunsch.
Du kennst das Diadem und das Tuch,
die Werkzeuge eines höllischen Zaubers,
die Phoebus Apollo mir gab;
Zur Hochzeit sollst du nun
sie Glauce überreichen!

Neris
Ein Geschenk schickst du ihr,
die das Herz dir brach?

Medea
Bald wirst du mein Geheimnis kennen. Beeile dich!
(Medea und Neris im Vordergrunde, Kreon und sein Gefolge gehen in den Tempel.)
 
Ach, trauriger Gesang! Mit düsteren Klängen
zieht der Brautzug in den Tempel!
Elende Freude! Vergebens singt ihr Triumphgesänge.
Mein Geschenk trägt den Tod! ... Neris, komm!
(Sie verbergen sich.)

Chor
Gott der Liebe! Ach komme vom Himmel,
komme herab, mit Blumen bekränzt!

Medea
Oh, immer diese verfluchten Gesänge!

Chor
Gott der Liebe, usw.
Gott der Liebe, sei gnadenvoll!
Amor, nimm unser Opfer an! usw.

Medea
Weh, diese Gesänge!
O höllische Wut!

Chor
Süßer Gott, vom Himmel segne den Liebesbund!
Kröne, süßer Hymen, diesen glücklichen Tag,

Kreon
Erhöre meine Bitte!

Glauce
Aufsteigen soll mein Schwur zu dir!

Jason
Hymen, erhöre meine Bitte!
Wache über meine Kinder!
 
Medea
Meine Wut beendet eure Freude,
Himmel und Erde bringt sie in ihre Gewalt!

Chor
Ach, schmücke dein Haar
mit dem heiligen Myrtenkranz!
Komme zu uns, Hymen,
erhöre die Schwüre, Gott der Liebe, usw.
Steige herab, süße Liebe!
Ewig sei die Kraft ihrer Schwüre! usw.

Medea
Dieses Versprechen gabst du einst auch mir ...
Liebe! Meine Rache ist nah! Hymen!
Dieses Versprechen gab eines Tages
der Verräter in deinem Namen auch mir!
Sei meiner Wut günstig, Amor, sei mir günstig!
(Sie läuft zu dem Altar im Vordergrunde und reißt eine Fackel herunter.)
DRITTER AKT
Ein hügeliger Platz, im Hintergrund erhebt sich ein Tempel. (Neris und die beiden Kinder betreten den Palast.)

Introduktion

Medea
Götter! Kommt zu mir, ihr Götter der Hölle!
Ihr alle, die ihr meinem Plane beisteht!
Eure Macht helfe mir noch einmal,
ihr müßt mein Werk vollenden.
Bedecke der schwarze Tod den Himmel mit seinem Schleier,

und schlage das Volk
und den König in seinen schrecklichen Bann!
O teure Söhne, mein höchster Schmerz,
euch opfere ich nun
der dunklen Gottheit des Hasses,
möge ich nie für euer vergossenes Blut büßen!
Ja! Euer Vater ist es, der euch tötet!
Die Erde soll den Verbrecher ausstoßen,
der Himmel ihn vernichten!
Sie kommen, wehe! Welche Qual!
In meiner Brust schlägt das Herz einer Mutter!
Natur, vergebens sprichst du nun zu mir.
Sie müssen sterben, verachtet sei nun das Leben!
Geweiht sind sie
todbringenden Erynnien!
Nur ihr Wollen herrscht nun in mir!
 
Neris
Medea, erfüllt wurde dein Wunsch;
das Gewand und das Diadem hat Glauce schon.
Sie dankt dir ... Doch warum schweigst du?
Schau, hier sind deine Kinder!

Medea
Die Kinder! Ah!
Fort! Fort! Ihr Schlangen, weicht von mir!
Bleibt mir vom Leibe! Ihr erstickt mich!

Neris
Was sagst du?
 
Medea
Schau sie nur an! Den selben
falschen Blick hat Jason!
Sie müssen sterben!
(Sie ergreift die Kinder und hebt den Dolch.)
Nein, teure Kinder, nein!
Ich bin besiegt!
Der Sturm im Herzen schweigt;
die Tränen fließen wieder aus meinen Augen!
Ich sehe sie wieder;
noch einmal drücke ich sie an mich;
nicht denke ich mehr an das Leid,
das mir im Herzen brennt;
zurück zu glücklichen Tagen
kehrt mein besänftigtes Herz.
Den schrecklichen Schmerz, der mein Herz erdrückt,
kann niemals etwas vertreiben! Nein! usw.
O meine Kinder, ich liebe euch! Ach, ihr seid mein Glück!

Ich wollte das Herz vergessen!
O ihr Götter im Himmel! Heilige Gerechtigkeit!
Euretwegen konnte meine Hand
den Schlag nicht ausführen,
euretwegen verlosch die unmenschliche Glut meiner Wut!

Den schrecklichen Schmerz, usw.
O mein Glück, ihr meine Kinder,
mein Glück, ich liebe euch!
Und doch fühle ich in mir
bei eurem Anblick meine Wut wieder erstehen, weh!

Neris, was hast du mit meinen Geschenken gemacht?
 
Neris
Dein Diadem gefiel Glauce sehr,
glücklich und froh rief sie nach ihren Mädchen;
mit deinem Geschenk wollte sie die Stirn sich schmücken,
damit Jason stolz auf sie sei!

Medea
Möge, o Götter, ihr frecher
Jubel sie töten!
Höre! Diesem Diadem verlieh ich
einst mit meiner Kunst magische Kraft:
ein tödliches Gift wird Glauce verzehren,
wenn sie das goldene Diadem aufs Haupt setzt!

Neris
Medea, schwere Strafe übst du,
laß dieses furchtbare Leid dir genügen!
Verschone die Söhne!
Ach! Schon sinkt der Tag, und bald
wirst du von ihnen getrennt sein.

Medea
Es ist nun Zeit! Rette du meine Söhne!
Der Himmel helfe dir nun gegen mich!
Was denn? Ich bin Medea!
Und ich lasse sie am Leben?
Was geschah denn? Wo bin ich?
Meine Augen sind blind!
Mit Jasons Kindern könnte ich Mitleid haben?
Sie sind meine Kinder ...
Und wenn sie meine Kinder sind,
so ist doch Jason ihr Vater!
Unglückliche! Unglückliche!
Wie kannst du denken,
Mutter zu sein?
Wie kannst du des Herzens
geheime Stimme anhören?
Wie kannst du mütterliche Empfindungen hegen
in deinem Herzen?
Was tue ich? Ah! Ich muß fliehen!
Ich lasse meine Söhne,
mein heiß geliebtes Blut
in den Händen des Verbrechers!
Oh ihr schwarzen Erynnien, ihr unversöhnlichen Götter!

Tötet Liebe und Mitleid in meinem Herzen!
Gib den Dolch mir wieder
in die Hand, aus der er fiel!
Und ich will den Augenblick
vergessen, in dem ich zögerte!
Oh du mein zaghaftes Herz, zitternde Hand,
seid niemals mehr zaghaft!
Nein, niemals!
Liebe soll nicht siegen, nein, nein!

Chor
Oh ihr Götter, habt Mitleid mit uns!
Welch schreckliche Rache!

Medea
Oh, ein Schmerzensschrei!
Oh, ein süßer Klang für mein Herz!

Chor
Schrecklich! Wir sind betrogen!
Oh, welch schrecklicher Anblick!
 
Medea
Oh, süßer als Musik ist mir dieser Klang!

Jason
(von außen)
Arme, treue Glauce,
Welch ein grausames Schicksal, weh,
hat meine Liebe dir gebracht!

Chor
Die teuflische Zauberin soll sterben!
Heiliger Blitz, erschlage sie!

Jason
Dieses grausame Verbrechen weiht dich dem Tode
und trennt mich auf ewig von dir,
und trennt mich auf ewig von dir!

Medea
Furien der Hölle, kommt zu mir,
meine Hand ist bereit zum Stoß!
Ich muß Euch töten, meine Kinder!
Ich zweifle
und zage
nicht mehr.
Furien der Hölle, zu mir!
Gebt mir jetzt dieses Blut, usw.
(Medea eilt in den Tempel und schließt ihn. In großer Verwirrungeilen Jason und das Volk herbei.)

Jason
O Himmel, o Himmel,
hast du nicht Macht, dies Verbrechen zu strafen?
Götter! Wo sind die Kinder?
Götter, gebt sie mir zurück!
Eure Güte beschütze sie!
O meine treue Glauce!
O du grausames Schicksal!
 
Chor
Rächen, gerechter Himmel, mußt du die schreckliche Tat!

O unglücklicher Vater!
Laßt uns die Elende in Stücke reißen!

Jason
Tot soll sie zu Boden stürzen,
ihr Leben sei zerstört!

Chor
Mit ihrem Blut, mit ihrer Angst
soll sie den schrecklichen Schmerz büßen!

Jason
Mit ihrer Qual soll sie diesen Schmerz büßen,
ihre grausame Tat soll sie
mit ihrem Blut bezahlen!

Chor
Büßen soll sie den schrecklichen Schmerz, usw.

Neris
(kommt aus dem Tempel)
Ach Herr, die Grausame ...

Jason
Sprich, rasch!

Neris
... Eure Gattin ist dort im Tempel, die Grausame ...
 
Jason
Um alles, was tat sie?

Neris
Sie jagt ihre Söhne!
Sie will sie ermorden!

Chor
O Götter!
O Mutter ohne Gefühl!

Jason
Wenn wir in den Tempel eindringen können,
so laßt uns ihre Tat verhindern!
(Medea erscheint in der Tür des Tempels. Sie hebt den Dolch hoch empor. Um sie herum die Erynnien.)

Medea
Halt ein!
Und betrachte genau dein verhöhntes Weib!

Jason
Oh, schrecklicher Anblick!

Chor
O Schrecken! Gerechte Götter!

Jason
Unmenschliche Frau! Und meine Söhne?

Medea
Mich rächte ihr Blut!

Jason
Was taten sie dir, Grausame?
 
Medea
Sie waren deine Söhne!

Jason
Götter!

Medea
Zum Todesfluß gehe ich!
Dort erwartet dich mein Schatten!
(Flammen schlagen aus dem Tempel.)
 
Jason, Neris, Chor
Gerechter Himmel! O Schrecken!
Erde und Himmel stehen in Flammen!
Laßt uns fliehen, laßt uns fliehen
von der brennenden Erde,
vor dem dunklen Leid!
Schon öffnet sich die Hölle!
Fliehen wir diesen unglücklichen Ort! usw.


ENDE